Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Lünen

Ausgebremst: Die Radwege an der Borker Straße

Für die Kolumne "Ausgebremst" im März schauen wir auf die Borker Straße – genauer gesagt auf den Abschnitt zwischen dem Bahnübergang und der Einmündung Altstadtstraße beziehungsweise der Zufahrt zum Krankenhaus.

Parken auf dem Radstreifen ist hier Pflicht
Parken auf dem Radstreifen ist hier Pflicht © ADFC RB

Stadteinwärts: Benutzungspflicht auf einem kaum erkennbaren Radweg

Wer stadteinwärts unterwegs ist, wird per Beschilderung verpflichtet, den gemeinsamen Geh- und Radweg zu benutzen. Das wäre grundsätzlich kein Problem – wenn dieser Weg denn als solcher ausreichend breit und vor allem auch erkennbar und nutzbar wäre.

Doch genau daran hapert es: Die Markierungen auf der Fahrbahn sind nur rudimentär vorhanden. Der ohnehin viel zu schmale Radstreifen ist praktisch nicht zu erkennen. Wer hier fährt, muss genau hinschauen, um überhaupt zu verstehen, wo der Radverkehr eigentlich vorgesehen ist.

Noch kurioser wird die Situation nach der Querung der Straße „In den Erlen“. Hier weisen Schilder ausdrücklich darauf hin, dass Autos komplett auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg parken müssen. Das bedeutet: Fahrzeuge stehen auf dem Bereich, der eigentlich für Radfahrende gedacht ist – und nehmen damit faktisch den gesamten Radstreifen ein. Eine solche Verkehrsführung sucht selbst in Lünen ihresgleichen.

Als wäre das nicht genug, ist der Weg stadteinwärts übersät mit Schlaglöchern. An dem regnerischen Vorfrühlingstag, an dem die Fotos zu diesem Artikel entstanden sind, sammelten sich in ihnen zahlreiche kleine und große Wasserpfützen. Für Radfahrende wird die Fahrt dadurch zu einem Slalom zwischen Unebenheiten und Wasserlöchern.

Stadtauswärts: Verblasste Markierungen und gefährliche Wurzeln

Auch in der Gegenrichtung – von der Altstadtstraße zum Bahnübergang – sind Radfahrende verpflichtet, gemeinsam mit Fußgängern den Geh- und Radweg zu benutzen.

Eine farbliche Markierung hat es hier offenbar einmal gegeben. Leider muss das viele Jahre her sein. Heute ist sie – mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts an der Einfahrt zu den Stadtwerken – kaum noch zu erkennen.

Besonders problematisch wird es kurz vor der Tankstelle. Hier säumen zwar schöne, große Bäume den Weg, doch ihr ausladendes Wurzelwerk hat den Belag stark angehoben. Die Folge sind gefährliche Unebenheiten, die für Radfahrende ein erhebliches Unfallrisiko darstellen.

Unser Fazit

Wer Radverkehr ernsthaft fördern will, muss ihn so führen, dass er für alle Verkehrsteilnehmenden sicher und nachvollziehbar ist. Mischlösungen auf schmalen Gehwegen, verblasste Markierungen oder Radwege, die gleichzeitig als Parkfläche dienen, sind dafür kein geeignetes Konzept.

Auf der Borker Straße – wie an vielen anderen Stellen in Lünen – wäre eine konsequente Lösung nötig: Der Radverkehr sollte auf der Fahrbahn geführt werden, klar und deutlich erkennbar durch eine gut sichtbare Markierung. Das schafft Übersicht, erhöht die Sicherheit und vermeidet Konflikte zwischen Radfahrenden und Fußgängern.

Eine fahrradfreundliche Stadt erkennt man nicht an einzelnen Schildern – sondern an einer Verkehrsführung, die für alle funktioniert. ????

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Wurzelwerk und Löcher

Wurzelwerk und Löcher

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Der ehemals gekennzeichnete Radweg ist kaum wahrnehmbar

Der ehemals gekennzeichnete Radweg ist kaum wahrnehmbar

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